Pressestimmen
„Petzold tut nie so, als könne er ins Innere seiner Figuren
schauen, er beobachtet sie und hält diese Perspektive konsequent
bis zum Schluss durch. Noch im Gegenschuss schaut die Kamera den Figuren über
die Schulter, anstatt den subjektiven Blick zu simulieren. Es gibt
wohl im deutschen Kino keinen sonst, der mit so viel erzählerischer
und visueller Intelligenz so nachdrücklich von Gefühlen
erzählen kann, ohne dauernd darüber reden lassen zu müssen.“ Frankfurter
Allgemeine Sonntagszeitung, Peter Körte
„Man muss sich Gespenster als einen glücklichen
Film vorstellen. Nicht nur, weil Kunst immer glücklich ist. Sondern
auch, weil er das Recht des Menschen verteidigt. Gegen die Verhältnisse,
die ihn zum Material machen, gegen die Bilder, die ihn zum Indiz reduzieren,
und auch gegen ein Kino, das ihm das Gespensterdasein schmackhaft machen
will.“ Die Tageszeitung, Georg Seesslen
„Das neue Berlin, die Stadt, die sich immer fremder wird. Petzold
und sein genialer Kameramann Hans Fromm filmen in ihrem Herzen, um
den Potsdamer Platz herum, ihre Bilder sind von magischer Abseitigkeit.
Der Tiergarten wird zum Zauberwald. Ein Rauschen geht durch ihn hindurch,
wie man es seit Antonionis Blow Up nicht mehr gehört
hat im Kino, und es wird einem nicht mehr aus dem Kopf gehen.“ Süddeutsche
Zeitung, Fritz Göttler
„Petzolds Kino, das ist der Augenblick, bevor wir aufwachen.“ Der
Tagesspiegel, Christiane Peitz
„Jede der drei Frauen nimmt in Gespenster ein kleines
Stückchen Wahrheit und fabriziert daraus eine eigene Fiktion,
eine Täuschung oder eine höhere Form der Realität. Die
Zeichen, die Petzold platziert, sind bis zum Ende nicht eindeutig.
Doppelt und dreifach lesbar bleibt sein Film als Aschenputteltraum
und Totenmärchen, als Geschichte einer Wiederkehr, die keinen
trösten kann. In Gespenster liegt so Erzählschicht über
Erzählschicht, doch unter allem schläft noch immer das einsame
Grimmsche Kind in seinem unterirdischen Bettchen. Herausragend!“ Tip
„Gespenster ist ein reiner Bilderfilm, in dem alles
Wesentliche ohne Worte gesagt wird. Und so wie in Antonionis Blow Up
die Vision wichtiger ist als die Wirklichkeit, treiben auch hier die
inneren Vorstellungen der Personen die Handlung voran, die Träume
vom Glück des Wiederfindens, die im windigen Sommerlicht Berlins
aufblitzen und wieder zergehen. Jede ist das Gespenst der anderen. Gespenster gibt
ihnen einen Ort in der Realität.“ FAZ, Andreas Kilb
„Eine fast schwerelose Berlin-Geschichte... Soviel Nonchalance
und Noblesse zeichnete bisher französische Filme aus.“ Kieler
Nachrichten, Christoph Munk
„Eine unwirkliche, vom Italiener Michelangelo Antonioni inspirierte
Stimmung liegt über allem. Noch darüber aber steht die wie
abwesend durch ihr Leben schleichende Nina, die schauspielerische Glanzleistung
der ungemein präzisen Julia Hummer.“ Mannheimer
Morgen, Thomas Groß
„Auch dieses Berlin ist eine Geisterstadt. Petzold bewegt sich
darin ganz still, wie auf Zehenspitzen, um seine somnambulen Figuren
zwar zu beobachten, aber ja nicht aufzuwecken. Man glaubt, Petzold
bei der Arbeit zuzuschauen: immer weiter nachzuhaken, weiter draufzuhalten,
bis der klarste, wahrste Moment hindurchblitzt.“ Die
Welt, Peter Zander
„Unaufhaltsam wird der Betrachter in eine Geschichte von Sehnsucht
und Verlust gezogen. Die lichte Klarheit des Berliner Sommers, das
Rauschen der Blätter und des Windes, das Brummen des Verkehrs,
all dies wird zu einer Erfahrung zweiter Ordnung, als sei es ein Traum,
eine Erinnerung oder ein Märchen, dessen Figuren vielleicht nur
durch die Sehnsucht der anderen existieren und in der Welt gehalten
werden. Wirklich ist in diesem mit fast hypnotischer Ruhe fotografierten
Film vielleicht nur die bodenlose, alles durchdringende Sehnsucht einer
Frau nach ihrem Kind.“ Die Zeit, Katja Nicodemus
„Man könnte Gespenster eine grandiose Skizze nennen.
Die einzige Möglichkeit, von Gespenstern ein Bild zu erhaschen.“ Braunschweiger
Zeitung, Jens Hinrichsen
„Sabine Timoteo verleiht ihrer Toni eine trotzige Entschlossenheit,
sie holt sich, was sie kriegen kann. Die Hauptlast aber trägt
Julia Hummer als Nina, abgeschottet wie in einer anderen Welt, scheu,
sich nur ganz zögerlich öffnend. Großartig.“ Saarbrücker
Zeitung, Thomas Reinhardt
„Von Geisterbildern sprach man früher, wenn die Fernsehantenne
schlecht eingestellt war oder ein Gewitter zu so genannten Überreichweiten
geführt hatte. Heute, wo selbst das Schwarzweiß aus dem
Fernsehen verschwunden ist, können uns höchstens noch die Überwachungskameras
mit solchen Geisterbildern erschrecken. Sie allein haben die Hoheit über
das weiße Rauschen. So ist dann auch die eindringlichste von
Petzolds gewohnt unaufdringlichen Kompositionen eine solche Überwachungskamera-Inszenierung:
Eine Schattenhand schiebt einen Kinderwagen aus der Bildfläche
ins ewige Nichts. Vor dem Nicht-Loslassen-Können hatten die Grimms
in ihrem Märchen ‚Das Totenhemdchen’ gewarnt. Petzold
schließt sich ihnen an, in diesem hervorragenden deutschen Wettbewerbsbeitrag,
dessen einziger Makel zu sein scheint, dass er nicht so schnell einschlägt
wie Die innere Sicherheit, dafür aber ein bleibendes Nachbild
erzeugt.“ Frankfurter Rundschau, Daniel Kothenschulte
„Eine Julia Hummer, die man nicht vergisst... Petzold hat in den
letzten Jahren Filme gemacht, die ganz karg und fragmentiert daherkamen, durchsichtig
bis auf den Grund waren und (das ist das Wunder dieser Filme) dennoch
immer ihr Geheimnis bewahrten. Petzolds Filme sind so wenig aufklärbar
wie die menschliche Psyche, alles zielt hier auf Joseph Conrads ‚Herz
der Finsternis’, eine Atmosphäre des Übergangs: Hoffnungen,
Trugschlüsse, fortgesetzte Versuche, und immer dem Traum folgend,
selbst da, wo nur noch eine große Dürre vor uns zu liegen
scheint. Es sind lauer kleine, unspektakuläre Filmwunder, die
man an Petzold lieben muss!“ Neues Deutschland, Gunnar Decker
Auswahl Pressestimmen (0.03 MB)
Filmkritiken:
FAZ
(0.7 MB)
SZ (0.8 MB)
TAZ (0.8 MB)
TSP (0.9 MB)
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